Frauenkirche "Zu unserer Lieben Frau"


Der Kapelle „Zu Unserer Lieben Frau“ kam wegen der Zerstörung der Pfarrkirche St. Michael im Zweiten Weltkrieg eine besondere Bedeutung zu. Noch heute sind die Messfeiern in der Frauenkirche willkommen und beliebt.

Bereits 1486 begann man mit dem Bau des Langhauses, der 1489 vollendet wurde. 1494 wurde die Kapelle geweiht. Den Chor mit seinem gotischen Kreuzrippengewölbe ergänzte man 1507. Von 1843 bis 1948 wurde ein Dachreiter errichtet, die Turmhöhe bis zur Spitze beträgt mit Kugel und Kreuz ca. 28 Meter. 1864 und 65 wurde dann die barocke Umrahmung des Südportales abgerissen. Eine umfangreiche Sanierung erfolgte in den Jahren 1965/66.

Der spätgotische Bau beherbergt eine wertvolle, künstlerisch und historisch bedeutsame Innenausstattung. Diese wurde ab 1620 in mehreren Phasen erneuert und barockisiert. Altäre, Kanzel und Emporenbrüstung bilden ein hochwertiges, frühbarockes Ensemble, das in seiner Einheitlichkeit eine Besonderheit in der Region darstellt.

Um 1620 stiftete Katharina Fugger zum Gedenken an ihren verstorbenen Gemahl einen Altar, der die Kindheitsgeschichte Jesu thematisiert. Er ist eine beeindruckende Schöpfung des Bernbeurer Kistlers Jörg Pfeiffer und wurde ca. 1676 vollendet. Der Bildhauer Christoph Rodt schuf die entsprechenden Figuren.


Wissenswertes über die Sanierungsarbeiten 2016 bis 2018:

2016 wurde die Frauenkirche einer statischen Untersuchung unterzogen. Dabei kam heraus, was vielen nicht bewusst war: „Wenn jetzt nicht sofort etwas gemacht wird, kann ein Unglück passieren, im schlimmsten Fall fällt der Turm nach Osten in den Kirchenraum!“ Die Holzkonstruktion, auf der der Kirchturm nachtäglich errichtet wurde, war im Laufe der Jahre komplett morsch geworden. Es war also höchste Eile geboten. Mit Hilfe von Experten wurde ein Sanierungskonzept entwickelt. Schnellsten mussten finanzielle Mittel beschafft werden, um die Maßnahme finanzieren und mit der Sanierung beginnen zu können. Im Zuge der Sanierung wurde die Turmkonstruktion gesichert, der Dachstuhl sehr umfangreich ertüchtigt, Feuchtigkeitsschäden beseitigt, die Elektrik modernisiert, die hochwertige und seltene Innenausstattung konserviert, Innen- und Außenwände neu gestrichen sowie die Akustik der Orgel optimiert.

Die Frauenkirche ist zusätzlich zu den Gottesdiensten von Mai bis September ganzjährig jeden Sonn- und Feiertag von 12.00 bis 18.00 Uhr für Sie zum Gebet, zur Einkehr, zur Besichtigung oder einfach nur zur Besinnung für geöffnet!